Wenn Adorff, der mit den Fototagen Karlsruhe bereits ein eigenes Fotofestival organisiert hat, nicht auf Festivals, Workshops oder Städtereisen unterwegs ist, trifft man ihn in seinem Studio in Kalrsruhe, wo er sich vorwiegend auf die Peoplefotografie spezialisiert hat. Mit dem Shooting und der anschließenden Bildbearbeitung ist für Adorff der fotografische Schaffensprozess aber noch nicht abgeschlossen. Der Weg seiner Fotos endet nicht auf einer Festplatte. „Zu Beginn meiner fotografischen Laufbahn habe ich mich noch in der analogen Dunkelkammer ausgetobt“ berichtet Adorf und ergänzt: „Das war nicht professionell, aber ich bin froh, dass ich diese Ära noch miterlebt habe. Denn dadurch habe ich die haptische Dimension der Fotografie schätzen gelernt“. Heutzutage muss man nicht mehr im dunklen Raum sitzen und mit Chemikalien hantieren, wenn man sein Bild in Händen halten will. Aber ein paar Dinge muss man schon bedenken, damit der Druck wirklich genauso aussieht, wie der Fotograf sich das erhofft hat.

Und genau diese Basics vermittelt Adorff regelmäßig in seinen Workshops. „Dieser Aha-Moment, wenn die Workshopteilnehmer ihr Bild das erste Mal in Händen halten und spüren, wie das abgebildete Motiv zusammen mit den Eigenschaften des Papiers und der haptischen Erfahrung zum Gesamtwerk verschmilzt, ist jedes Mal faszinierend“ berichtet Adorff. Mit einer reinen Bilddatei auf einer Webseite kann man das nicht vergleichen.

Voraussetzung: Monitor

Viele Teilnehmer von Adorffs Druckworkshops, haben schon selbst Bilder gedruckt und klagen über Unterschiede zwischen Monitorbild und dem Druck. „Kommt es hier zu Abweichungen, kann das mehrere Ursachen haben“, weiß Adorff und erklärt weiter: „Ein nicht geeigneter, falsch eingestellter oder nicht kalibrierter Monitor ist dabei die häufigste Ursache. Wenn ich vom Monitor einen verfälschten Blick auf die Bilddatei bekomme, kann ich nicht erwarten, dass diese Datei dann so aus dem Drucker kommt, wie das verfälschte Trugbild. Außerdem müssen Monitor, Computer und Bildbearbeitungssoftware richtig aufeinander abgestimmt und eingestellt werden. Ein konsistentes Farbmanagement ist unverzichtbar.

ColorEdge CS2740 von EIZO

Adorff betreibt an seinem iMac den ColorEdge CS2740 von EIZO - einen 27-Zoll Wide-Gamut-Monitor mit 4K-Auflösung. „Ich genieße das Arbeiten am CS2740 wirklich sehr“, berichtet Adorff. „Das liegt zum Einen daran, dass das Arbeiten am CS2740 auch nach vielen Stunden wirklich angenehm ist. Außerdem ist er dank der 4K-Auflösung wirklich knackscharf. Der größte „Entspannungsfaktor“ ist allerdings, dass ich mir um die technische Seite des Workflows keine Sorgen mehr machen muss, sondern einfach weiß, dass das, was ich sehe, auch tatsächlich meiner Bilddatei entspricht“. Zudem kalibriert Adorff, seinen Monitor regelmäßig mit seinem X-Rite i1 Studio, aber schon out-of-the-box sei der Monitor perfekt vorkalibriert gewesen, wie Adorff begeistert berichtet: „Die Homogenität ist tadellos, der Farbraum riesig und Verläufe werden absolut weich und übergangslos angezeigt“.

ColorEdge CS2740

Einflussfaktor Papier

Doch auch, wenn man einen perfekt kalibrierten Grafik-Monitor wie den ColorEdge CS2740 nutzt, fehlt noch ein entscheidender Schritt, um den fertigen Ausdruck schon am Monitor beurteilen zu können: die Softproofansicht. Ein und dieselbe Bilddatei sieht auf unterschiedlichen Papieren vollkommen anders aus. Während ein Bild auf einem glänzenden Papier sehr ähnlich wie die Monitordarstellung wirkt, ist ein Bild auf einem matten Material mit einer starken Oberflächenstruktur in der Regel kontrastärmer und auch die Farben sind weniger kräftig. Das ist kein Fehler. Vielmehr sind ja genau diese Eigenarten der Grund, warum man unterschiedliche Materialien nutzt. Woher kommt das? Mehr als 100 Prozent schwarze Farbe kann man auf ein mattes Papier nicht aufbringen und trotzdem erscheint das Resultat nur dunkelgrau. Und hat das Papier z. B. selbst eine leicht warme Tönung, kann man darauf keine reinweißen Flächen erwarten, da der Drucker nicht mehr tun kann, als weiße Flächen nicht zu bedrucken. Dem Farbton des Papiers entspricht das maximal erzielbare Weiß im Ausdruck. Diese Eigenschaften lassen sich am Rechner nicht ändern. Man kann sie aber schon am Bildschirm simulieren und das Bild auf Sicht noch optimieren. Dazu braucht man allerdings ein ICC-Profil. Dieses kann man mit Hilfe eines Spektralphotometers selbst messen. Zu den gängigen Fine-Art-Druckern kann die man die Profile einfach bei den  Drucker- oder Papierhersteller herunterladen.

Softproofansicht auf dem Monitor

Dank eines absolut präzisen Monitors wie dem ColorEdge CS2740 kann Adorff die Eigenschaften der unterschiedlichen Papiere in der Softproofansicht von Photoshop und Lightroom schon am Monitor simulieren und die Bilddateien im Hinblick auf die individuellen Eigenschaften der unterschiedlichen Papiere optimieren. „Die Softproofansicht ist insbesondere bei allen nicht hochglänzenden Papieren ohne optische Aufheller sehr hilfreich, da diese Papiere doch eine relativ große Auswirkung auf das Aussehen des Ausdrucks haben“ erklärt Adorff, der vorzugsweise Papiere von Ilford und Tecco verwendet. Viele Workshopteilnehmer beklagten das Problem, dass der Druck hinterher anders aussieht, als gewünscht und erwartet, berichtet Adorff: „das liegt meistens daran, wenn kein geeigneter und kalibrierter Monitor verwendet wurde und dass die Softproofansicht nicht genutzt wurde.“ Auf einem matten, stark strukturieren Papier sieht ein Bild einfach anders aus, als auf einem hochglänzenden Papier. Das ist ja nicht zuletzt genau der Grund, warum man solche Papiere verwendet.

Thomas Adorff | ColorEdge CS2740

Faktor Betrachtungsbedingungen

Ein weiterer Faktor, weshalb Abweichungen zwischen Monitordarstellung (mit aktivierter Softproofansicht) und dem Druck entstehen können, sind die Betrachtungsbedingungen sowie das Kalibrierungsziel, auf das der Monitor kalibriert wurde. Stimmen beide nicht überein, sehen Monitordarstellung und Druck für den Betrachter sehr unterschiedlich aus, auch wenn sie in Wirklichkeit total gleich aussehen. Deshalb ist es einerseits wichtig, dass der Monitor insbesondere in Helligkeit und Weißpunkt auf die am Bildbearbeitungsplatz herrschenden Bedingungen kalibriert wird und der Druck dann mit geeigneter Beleuchtung betrachtet wird. Sonst ist eine aussagekräftige Beurteilung des Drucks nicht möglich.

Was gedruckt wird, bleibt

Aber warum überhaupt drucken? Darauf hat Adorff gleich mehrere Antworten: Einerseits wird im Zusammenspiel aus Motiv und Druckerpapier im Idealfall noch einmal ein ganz eigenständiges Kunstwerk. Andererseits beschäftigt man sich mit seinen Bildern noch einmal sehr intensiv, wenn man überlegt, was man ausdruckt, was wohl das passende Papier sein könnte und wie man die Bilder hinterher präsentiert oder aufhängt. „Für mich hat das viel mit Wertschätzung zu tun, die ich meinen Bildern entgegenbringe“, erklärt Adorff. „Was gedruckt wird, bleibt. Es ist für mich ein riesiger Unterschied, ob ich ein Bild als Datei auf einer Festplatte ablege oder klein auf einer Webseite zeige oder es ausdrucke und an die Wand hänge.“

Unikate schaffen mit Flüssigimulsion

Dabei geht Adorff gerne noch einen Schritt weiter und bedruckt seine ganz eigenen, individuellen Materialien. Er nutzt dazu die Flüssigemulsion von Ilford, mit der man Materialien, die eigentlich nicht für den Tintenstrahldruck gemacht wurden, bedruckbar machen kann. Die Emulsion gibt es in transparent und weiß und damit lässt sich die Vielfalt der bedruckbaren Medien nahezu unendlich erweitern. „Besonders reizvoll finde ich, dass ich damit wirklich vollkommen individuelle Unikate schaffen kann“ erklärt Adorff. „Damit kann man die Einzigartigkeit, die in der unendlichen digitalen Reproduzierbarkeit ja zum Teil verloren gegangen, wieder ein Stückweit zurückholen.“ Die Möglichkeiten des digitalen Fotodrucks sind nahezu unerschöpflich und regelmäßig kommen neue Materialien auf den Markt, um den eigenen Bildern die Wertigkeit zu verleihen, die sie verdienen. Denn eines steht fest: es steckt zu viel Mühe, Herzblut darin, um sie auf einer Festplatte zu begraben.

Paper
Eine Auswahl seiner Arbeiten
ColorEdge CS2740

ColorEdge CS2740

Der CS2740 bietet volle 4K-UHD-Auflösung für Filmer, ultimative Schärfe für Fotografen, absolute Präzision und satte Farben für alle .

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